Capsule Wardrobe: Wie funktioniert das Capsule Wardrobe Prinzip?

Das Prinzip der Capsule Wardrobe kam etwa zur gleichen Zeit auf, in der auch eine minimalistische Lebensweise populär wurde. Bei beidem geht es darum, so viel wie nötig und so wenig wie möglich zu besitzen. Das Ziel einer solchen Garderobe ist es, nur so viele Kleidungsstücke zu haben, wie man wirklich braucht. Dafür lassen sich allerdings alle Teile miteinander kombinieren, sodass man sich kaum noch Gedanken beim Anziehen machen muss. Wie viele Kleidungsstücke die Capsule Wardrobe letztendlich enthält, kann individuell verschieden sein. Die meisten Menschen besitzen jedoch zwischen 30 und 40 Teilen pro Jahreszeit. Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie es schaffen, sich eine Capsule Wardrobe selbst zu erstellen.

Schritt 1: Ausmisten

Bevor man sich mit neuen Kleidungsstücken eindeckt, gilt es zunächst, eine Bestandsaufnahme der Teile zu machen, die man bereits besitzt. Dazu räumt man am besten den Kleiderschrank einmal vollständig aus. Alle Kleidungsstücke, die nicht mehr in gutem Zustand sind, nicht mehr passen oder gefallen, können direkt aussortiert werden. Am Ende bleiben idealerweise nur die Kleidungsstücke übrig, die gern und oft getragen werden, um mit der Capsule Wardrobe zu starten.

Falls man sich nicht sicher ist, was man eigentlich wirklich regelmäßig anzieht, gibt es einen einfachen Trick. Man dreht im Kleiderschrank einfach alle Bügel auf eine Seite. Bei der Kleidung, die man angezogen hat, dreht man den Bügel dann um. So kann man nach einigen Wochen oder Monaten ganz einfach sehen, was man getragen hat und was nicht.

Schritt 2: Den persönlichen Stil finden

Oft geben die Kleidungsstücke, die man häufig trägt, bereits einen guten Überblick über den persönlichen Stil. Diesen erkennt man daran, dass man in den Kleidungsstücken das Gefühl hat, ganz man selbst zu sein. Fühlt man sich unwohl oder verkleidet, ist das vermutlich auch ein Zeichen dafür, sich von den Sachen zu trennen. Zum Stil-Finden gehört es außerdem, die favorisierten Farben auszuwählen.

Viele Menschen, die eine Capsule Wardrobe nutzen, tragen eher neutrale Farben wie Schwarz, Weiß, Grau oder Beige. Grundsätzlich kann die Garderobe natürlich auch farbenfroher sein. In diesem Fall macht es dennoch Sinn, sich auf zwei oder drei Farben zu beschränken. Auf diese Weise wird es später leichter sein, die Kleidungsstücke miteinander zu kombinieren. Zusätzliche Farben lassen sich aber beispielsweise in Form von Tüchern, Hüten oder anderen Accessoires integrieren.

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Schritt 3: Neues hinzufügen

Nachdem die Garderobe fertig analysiert und reduziert wurde, gilt es nun, die Outfits für die Capsule Wardrobe zu komplettieren. Grundsätzlich macht es Sinn, sich eine Grundlage aus hochwertigen Basics zu schaffen. Diese kann man dann das ganze Jahr hindurch tragen und je nach Jahreszeit mit zusätzlichen saisonalen Kleidungsstücken ergänzen. Eine Jeans lässt sich beispielsweise auch im Winter stylen, in Kombination mit kuscheligen Strickpullovern zum Beispiel. Bei den Basics sollte es sich um Kleidungsstücke handeln, die lange halten. Wenn man bedenkt, dass man insgesamt deutlich weniger einkaufen wird, als man es gewohnt ist, kann es ruhig etwas teurer werden.

Die meisten Capsule Wardrobes beinhalten folgende Basics:

  • Jeans
  • T-Shirt
  • Rock
  • Kleid
  • Pullover
  • Stoffhose
  • Blazer

Für den Sommer fügt man zusätzlich noch kurze Hosen hinzu, für den Winter vielleicht noch eine warme Weste oder Cardigan. Zusätzlich benötigt man pro Jahr etwa fünf Paar Schuhe: Sneaker, leichte Halbschuhe, Winterschuhe, Sandalen und ein paar schickere Schuhe zum Ausgehen. Modelle wie die Chunky Chelsea Boots lassen sich auch in mehreren Saisons tragen, indem man zum Beispiel im Winter ein paar warme Wollsocken anzieht.

Schritt 4: Saisonwechsel

Wenn sich das Wetter verändert, benötigt man auch andere Kleidungsstücke für die Capsule Wardrobe. Aus diesem Grund macht es Sinn, etwa alle drei Monate einen Saisonwechsel durchzuführen. Hierbei werden die Basics stets mit frischen Teilen kombiniert, die dem Outfit eine persönliche Note verleihen können. Als Obergrenze kann man dabei jedoch stets die 30 oder 40 Kleidungsstücke im Kopf behalten, für die man sich entschieden hat. In diesem Zusammenhang lässt sich die Capsule Wardrobe auch jedes Mal neu anpassen.

Gefällt der Stil noch, für den man sich entschieden hat? Sind die Kleidungsstücke noch in einem guten Zustand oder sollten sie ausgetauscht werden? Gibt es Teile, bei denen man einen Knopf annähen oder eine offene Naht wieder verschließen sollte? Indem man sich alle drei Monate noch einmal intensiv mit den Kleidungsstücken beschäftigt, die man besitzt, entlastet man auch das Gehirn. Anstatt sich immer wieder zwischendrin mit dem eigenen Aussehen und dem Kleiderkauf zu beschäftigen, tut man es einmal bewusst und hat dann seine Ruhe.